20110921

the mirrors gonna fog tonight


die ganze stadt ist voller spiegel.
schaufenster, fensterglas, windschutzscheiben, selbst schatten sind spiegel. ich werde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie kollossal ich bin.
wir leben in einer gläsernen welt. nicht nur, dass alles verglast ist, alle sehen alles.
wir haben kaum mehr privatsphäre. das ist echt schon pervers.

wie auch immer.
mir kommt es vor, als würde ich fetter werden und das deprimiert mich. ich tu doch alles, ich hätte es so verdient! ich gebe wohl einfach noch nicht genug.
noch nicht.


dieses bild finde ich total beieindruckend.
ich könnte das auch haben, wir alle könnten es haben!

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ich will ordnung in meinem leben.
ordnung, disziplin, erfolg. ich will meine auffassung von perfektion leben.

ich bin heute mit einer freundin radfahren gegangen und irgendwie sind wir auf das thema essstörungen gekommen. (ha, irgendwie ist gut, wenn ich den mund aufmache, komme ich immer "irgendwie" auf dieses thema)
sie ahnte bereits, dass ich probleme mit dem essen habe und ich habe mich ihr "anvertraut".
sie vertraut mir auch und es tut so gut, mit jemandem zu reden. ich verabscheue hohle gespräche, die einzig und allein aus dem grund geführt werden, sich den mund voll zu stopfen.
sie sagte, sie hätte einige male dinge gesehen, die sie das vermuten lassen haben.
wie zum beispiel, dass ich mir einmal im klo nach einer kotz-aktion den mund heftig ausgespült habe und sie gerade da reingekommen ist. 
oder dass ich nach einer beleidigenden meldung von einem klassenkameraden rausgegangen bin. lächelnd. 
oder dass wie ich essen ansehe. nicht besessen, nicht wie in trance, nicht mit einem verrückten gesichtsausdruck, einfach dezent anders.
ich finde das wirklich beeindruckend.
wenn eine essgestörte eine andere essgestörte auf den ersten blick erkennt, ist das nicht so besonders, wie wenn eine (ich muss hinzufügen: mehr oder weniger)normal essende so jemanden erkennt.)

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ich habe heute viel von mir geredet und bin jetzt so müde davon. ich habe aber vor, meine vergangenheit hier mit euch zu teilen. wie es zu dem ganzen gekommen ist.

habe ich überhaupt eine jugend?, hab ich mich vor kurzem gefragt und die antwort lautet ja.
ich habe eine tolle jugend, ich feiere, ich lerne, ich bin erschöpft, ich habe beziehungen (egal wie krank die auch sind), ich habe so viel. ich habe sogar eine essstörung.
ist es nicht eine luxuskrankheit? eine essstörung?
wir haben zu viel, zu viel überschuss, die menschen sind fett und da es mehr disziplin erfordert, dünn zu sein, als fett zu sein, ist dünn ein ideal. etwas wofür man arbeiten muss.

ich bringe irgendwie keinen gedanken fertig, heute.
und ich muss noch mein workout machen... ich muss, ich muss. gestern hat es ja auch was gebracht. heute wird es auch so sein.

ich liebe es, muskelkater zu haben, ich fühle mich dann durchtrainiert.

danke an alle, die das hier lesen!

love,
robyn




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