20120121

Das erste Mal

Ich war gestern feiern.

Und ich musste mich zum ersten Mal (im betrunkenen Zustand) übergeben und habe zum ersten Mal einer Freundin die Haare gehalten, während sie sich übergeben musste. 
Hört sich nicht besonders g'schmackig an, der Abend war aber an sich ein voller Erfolg.


Zuerst ging's in eine Bar, wo wir einfach nur redeten, über alte Erinnerungen lachten, ("Weißt du noch, als du Mariah's Vater im Telefon angeschrien hast, als er nicht sagen wollte, wer er ist? Hast du wirklich, du hast gesagt, du zerdrückst deine Zigarette zwischen seinen Augen, wenn er dir nicht sagt, wer er ist!") und versuchten, das Mädchen, das Geburtstag hatte, mit einer Kerze zu feiern, die nicht brennen wollte.
Wir nervten die Kellner mit unzähligen Extrawünschen, entschuldigten uns danach bei ihnen und gaben viel Trinkgeld.
Dann machten wir uns auf den Weg in einen Club und tranken unterwegs etwa einen Liter Martini zu dritt.
Wir rannten durch die Straßen, fotografierten uns und läuteten bei irgendwelchen Haustüren an, wie freche kleine Kinder.
Irgendwo stand ein Bücherregal auf der Straße, das wir gründlich untersuchten und uns ein paar Bücher mitnahmen (Das sind Wander-Bücher. Sie werden auf die Straße, in Bücherregale gelegt und dürfen mitgenommen werden. Nachdem man eines gelesen hat, sollte man es wieder "freilassen". Ich finde, es ist eine echt gute Idee.).
Wir kugelten auf der Straße herum, eine Minute kam mir vor wie eine Ewigkeit. Wenn irgendjemand von uns angerufen wurde, schrien wir alle irgendeinen Blödsinn ins Telefon.
Im Club angekommen, waren wir zunächst enttäuscht, weil kaum jemand da war.
Wir saßen an der Bar, ich flirtete mit einem Typen und sobald eines der großen Sofas frei wurde, besetzten wir es. Irgendein vollkommen zugekiffter Kerl setzte sich neben mich und erzählte mir voller Enthusiasmus über seinen Trip nach Las Vegas und versuchte mich damit zu beeindrucken, wieviel Geld er dort gewonnen und ausgegeben hat.
Irgendwann ist er dann verschwunden und meine kleine Gruppe begab sich in den Raum, wo das Programm "London Calling" lief. Die Bässe waren buchstäblich umwerfend und die Beleuchtung war... hypnotisierend. Man konnte die anderen kaum sehen, weil es so dunkel war und als die Lichter wild zu flackern begannen, fühlte ich mich wie in einer richtigen Skins-Party. Es war, im Gegensatz zu den ganzen Mode-Discos, vollkommen egal, wie ich aussah oder ob ich auch sexy Tanzmoves draufhatte. Keiner hat den anderen lange genug sehen können, um sich darüber eine Meinung zu bilden.
Der Kopf wurde schwer, die Gedanken wurden leicht und simpel.
Einfach Tanzen, lass den Rythmus in dich eindringen (wie schön zweideutig!).
Ich fühle mich in der Multi-Culti Umgebung echt wohl. Der Club war voller Engländer und Australier, es war der Wahnsinn.
Natürlich durfte das kleine Drama nicht fehlen;
"Leute, ich krieg Rina nicht aus dem Klo!"
Zur Toilette taumeln, an die Tür klopfen.
"Alles okay?"
"Ja, alles okay, mir ist nur schlecht..."
"Musst du kotzen?"
"Ja.."
"Lass es raus, dann geht's dir besser!"
Eine Australierin, die vor einer Kabine saß, schlatete sich in die Unterhaltung ein; "You've got really good friends, babe. Don't let them wait too long!"
"Thanks..."
"Are you sure she's fine?"
"Yeah, she's just drunk."
"Okay" Die Australierin taumelte aus der Toilette.
Ich setzte mich in die Kabine neben Rina, ließ den Kopf tief sinken.
Dieses typische Wow-Erlebnis, das man bekommt, wenn man betrunken auf der Toilette sitzt, überfiel mich und ich fand's toll, dass sich auf einmal alles drehte, wenn ich die Augen schloss. Es drehte sich sogar alles in mehrere Richtungen. Nach links und schräg nach oben zugleich.
Ich saß zu lange auf der Toilette, mir wurde schlecht.
Ich stand auf, trank aus dem Wasserhahn und spürte wie sich der Speichel in meinem Mund sammelte.
Oh-oh, schlechtes Zeichen.
Haare zusammenbinden, Kabine abschließen, hinknien, los gehts.
Es ist so viel einfacher und befreiender, sich unfreiwillig zu übergeben.


Nach der Aktion ging es mir sehr viel besser.
Rina ließ mich in die Kabine und ich hielt ihr die Haare, während sie sich übergab.
Wir machten uns auf den Heimweg und fuhren zusammen mit der U-Bahn.
Keiner war bedrückt wegen dem abrupten Ende der Feier, wir waren immer noch gut gelaunt. Ich erzählte davon, wie ich einmal vollkommen besoffen meinen Kunstlehrer, der mich extrem an Doktor Cox erinnert, in der U-Bahn getroffen habe.


Und heute hatte ich kein Hangover.
Hooray!

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Mir ist grad wieder eingefallen, wieso mein Kinn so wehtut.
Ich bin in eine Wand hineingerannt.

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C'est moi:
(genauer genommen meine Hand mit dem Stempel des Clubs.)

Alkohol ist nicht der einzige Weg, das Leben zu genießen.
Aber ein zwei Abstürze gehören einfach dazu.

R.

1 Kommentar:

  1. Mein letzter "Absturz" ist schon länger her, aber da habe ich auch gekotzt vom Alkohol. Ist nicht gerade schön. :/ Aber wenn es ansonsten ganz okay war, geht es ja noch. ;) Gaaanz liebe Grüsse! <3

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