20120123

Impressionen

Erster Tag in der integrativen Schule hinter mir.
Es hat wirklich Spaß gemacht.
In einer Klasse sind etwa 20 Kinder, 5 davon haben eine körperliche oder geistige Behinderung. 
Aber sie sind alle so liebenswert! 
Ein kleiner Junge ist, soweit ich weiß, spastisch gelähmt. Sein Kopf ist beinahe kahl (ich weiß nicht genau, ob das auch mit der Lähmung zu tun hat) und er trägt auf beiden Beinen einen Gips. Heute setzte er sich in der Pause neben mich und flüsterte; "Bist du verliebt?" 
Ich war etwas überrascht. "Nein, eigentlich nicht." 
"Achso... Ich schon!" Er grinste über's ganze Gesicht.
"Wirklich? In wen denn? 
"Das ist ein Geheimnis!"  Er rückte näher und flüsterte mir den Namen eines Mädchens ins Ohr. "Aber nicht weiter sagen!" 
"Sie ist wirklich hübsch. Ich sag's nicht weiter, ich versprech's!"
Er kicherte und ging wieder zu den anderen.

Außerdem gibt es noch ein Mädchen mit geistiger Behinderung, die auch sehr lieb ist, aber es ist extrem schwer, sie zu verstehen, wenn sie redet. 
Ein anderes Mädchen ist erst später zur Schule gekommen, ein kleines, dünnes, zierliches Wesen mit großen braunen Augen und einem unglaublich süßem Lächeln. 
Die Lehrerin erklärte mir, dass sie praktisch im Krankenhaus wohnt und eigentlich keine Behinderung hat, aber aufgrund ihrer Krankheit kann sie den Volksschulstoff fast gar nicht. Weil sie so oft fehlt.
Sie erzählte mir mit glänzenden Augen über die Cliniclowns und darüber, dass der Doktor ihr endlich erlaubt hat, schwimmen zu gehen.
Sie erzählte und erzählte und fragte mich die verschiedensten Sachen, zeigte mir die Pflaster, die sie unter dem Schlüsselbein kleben hat. 
Als sie durch die Klasse ging, sah ich den langen Schlauch, der unter ihrem T-Shirt heraushing.



Diese Kinder haben das nicht, was wir von Anfang an haben; Gesundheit.
Und wir zerstören sie uns selbst.

Wie pervers. 

Werde noch näher auf das Thema eingehen, sobald ich Zeit habe.

Love,
R.

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