20120712

Budapest, meine tragische Heldin

Ich bin in Budapest.
Deshalb auch die Funkstille, obwohl das mittlerweile leider nichts Besonderes mehr ist. Umso dankbarer bin ich jedem einzelnen Leser, der geduldig auf meine Posts wartet und sie liest. DANKE <3
Der folgende Teil ist etwas politisch, wen das nicht interessiert, einfach bis zum nächsten Absatz überspringen:

Wieso tragische Heldin? Die wirtschaftliche und politische Lage meines Landes, Ungarns, ist im Moment, wie viele vielleicht wissen, sanft ausgedrückt... beschissen.
Ich will nicht näher darauf eingehen, sonst lässt der liebe Herr O., den ich und generell alle Ungarn so gern haben und der meinem Land so viel Freude und Sonnenschein und vor allem PRESSE- UND MEINUNGSFREIHEIT gebracht hat (Sarkasmus lässt grüßen), meinen Blog vermutlich sperren.
Nur so viel dazu: Die Stadt verfällt. Meine wunderschöne Stadt, mein wunderschönes Budapest, es verfällt. Die Häuser sehen aus, als würden sie bittere Tränen weinen, als würden sie dem einst allseits präsenten Glanz nachtrauern. Die Fassaden brökeln, Obdachlose auf den Straßen, sie wagen nur furchtsam einen Blick gen Himmel, nicht dass ihnen etwas auf den Kopf fällt.
Und gleichzeitig: Immense Ausgaben, wir wollen doch die Olympia zu uns holen, wir haben ja mehr als genug Geld! Der Umbau beim Südbahnhof Budapests wurde lahmgelegt weil die finanziellen Mittel nicht gegeben sind, aber ein neues, pompöses Stadion können wir uns leisten, natürlich! Einfach die Steuern auf alles erhöhen, bald wird die Atemluft versteuert.
Und doch liebe ich diese Stadt. Wenn sie sich, trotz der immensen Last auf ihren Schultern, in Form von wunderschönen Monumenten erhebt und sich tapfer Touristen und Einheimischen präsentiert. Budapest ist eine Komposition, ich kann mein tiefe Liebe, meinen Stolz und mein Mitgefühl mit dieser Stadt gar nicht in Worte fassen. Ich liebe ihren Mief, ich liebe ihre Parks, ich liebe ihre Tränen und ich liebe ihre Schönheit.

Nun gut, Themenwechsel, nicht dass euch hier fad wird.

Ich habe ein Buch über Magersucht gelesen, es heißt "Auf Stelzen gehen" von Lena S.
Ich finde es schlecht. Ich hasse ihren Schreibstil, ich hasse ihn, jede Seite war die reinste Qual, ich habs ausschließlich aus Prinzip fertiggelesen, weil ich nie ein Buch bei der Hälfte weglege.
Klar, es hebt sich ab, ist mal was Neues aber... Gott, es ist einfach schlecht. Meiner Ansicht nach.

Was meinen persölichen Fortschritt angeht: Ich nehme ja doch etwas ab. Ein bisschen, zwei Schritte nach vor, einen zurück, wieder zwei vor, wieder einen zurück. Entwicklung? Nur im Schneckentempo, ich muss "anzahn". Loslegen, weitermachen.
Manchmal ist mein Anblick im Spiegel unerträglich. Ich könnte heulen, könnte alle Glasflächen zerschlagen, alles kaputthauen. Die widerlichen Arme, die schwabbeligen Beine, dieses Fass anstelle eines flachen Bauches! Ekelhaft.
Und dann.. Manchmal, ganz selten, ist der Blick in den Spiegel in Ordnung.
Ach, es ist so anstrengend. Einfach anstrengend.

Was sich sonst so tut, kommt das nächste Mal, das Internet hier bringt mich etwas auf die Palme...

Love,
R.

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch scheiße :D

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    1. Bäääh, jede Seite hat mich unendlich viel Überwindung gekostet! Schön, dass ich mit der Meinung nicht allein bin :D

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  2. ich kann dir zustimmen, was den eindruck von budapest angeht... ich empfinde irgendwie immer trotzdem, budapest als schwester von wien... und dann diesen unterschied zu sehen, das tut so weh. gerade die fassaden in budapest sind teilweise schöner ausgearbeitet, vielleicht ist auch während dem 2.wk weniger kaputtgegangen, aber jetzt bröckelt dieses museum der schönheit dahin - und auch die menschen in dieser stadt zu beobachten, scheint seltsam... man sieht den unterschied.


    und sonst: pass auf dich auf... ich glaub es tut dir ganz gut, wenn du dich mit anderen sachen beschäftigst... das sind sachen/gedanken die bleiben...

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    1. Bist du oft in Budapest?
      Es ist wirklich so traurig... Und das Schlimmste ist, dass es eigentlich nichts gibt, was man unternehmen könnte. Demonstrationen helfen nicht. Der Mut und die Hoffnung sterben.

      Danke :) Ich sehe zurzeit zu, dass ich mich ständig auf Trab halte. Wahrscheinlich auch nicht die gesündeste Alternative aber auf alle Fälle besser, als ständig dunklen Gedanken nachzuhängen. :)

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